Volksfronten

Recherchezentrum

In seiner neuen Form möchte der steirische herbst das Festival historisieren und ihm seinen wohlverdienten Platz unter den wichtigen europäischen Kulturinitiativen der Nachkriegszeit einräumen, welche die internationale Moderne zu einer Zeit neu erfunden und in Frage gestellt haben, als die intellektuellen Wunden, die der Faschismus geschlagen hatte, erst allmählich anerkannt und durchgearbeitet wurden. Seit 1968 stellt der steirische herbst beharrlich die Frage, welche Rolle Kunst für die Gesellschaft spielen könnte. Die angewandte Verpflichtung auf neue künstlerische Produktionen ging stets Hand in Hand mit intensiver theoretischer Reflexion. Der steirische herbst, multi- und interdisziplinär avant la lettre, ließ Künste kollidieren und kooperieren und fragte dabei immer wieder aufs Neue, was es für Kultur bedeutet, zeitgenössisch zu sein.

Ab 2018 will der steirische herbst dieses theoretische Engagement weiter konkretisieren und sich seinem Archiv, das sich im Palais Attems befindet, mit einem forschungsorientierten Ansatz nähern. Das Archiv wird zu einem ganzjährig zugänglichen Recherchezentrum ausgeweitet. Es wird zum öffentlich zugänglichen Ort, an welchem Archivmaterial sowohl digital als auch in physischer Form studiert werden kann. Das Recherchezentrum steirischer herbst wird in Zukunft internationale Wissenschaftler*innen und Künstler*innen einladen, Forschungsarbeiten durchzuführen und zu entwickeln, die sich mit der Geschichte des Festivals, dem Prozess der künstlerischen und kuratorischen Produktion, der öffentlichen Rezeption von Kunst und ihrer Ausbreitung in der Gesellschaft beschäftigen.
Palais Attems
Sackstraße 17
8010 Graz

Freier Eintritt

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