musikprotokoll 2018

musikprotokoll

Die Geschichte der zeitgenössischen und experimentellen Musik brachte viele Visionär*innen hervor. Einige von ihnen waren im Lauf von 50 Jahren musikprotokoll in Graz zu Gast. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich nicht mit dem Istzustand ihres Genres und dem Arbeiten in Nuancen zufriedengaben – sie arbeiteten an ihren „Utopischen Fronten“. Die Utopie begegnete der Wirklichkeit in den Momenten, in denen sie den Freiraum fand, das andere Mögliche zu erproben. Ziele waren eine veränderte Wahrnehmung, ein neuer Einsatz von Klang im Alltag, das Verwenden und Missbrauchen aktueller Technologie bis hin zu einer Musik, die auch die Wirklichkeit der nicht-musikalischen Welt verändern und sich einmischen wollte. Ein Teil dieser Konzepte wurde umgesetzt und in das kulturelle Erbe unserer Musikgeschichte überführt, ein anderer Teil ist Utopie geblieben – Klangutopie.

Im musikprotokoll 2018 ist die Spannweite der Beiträge weitreichend: Sie umfasst Werke wie The Magma, eine 360-Grad-Videoinstallation; SOL, eine die Wahrnehmung herausfordernde Klang- und Lichtarbeit in der Dunkelheit; und Stellations, einen 3D-Lautsprecher, der mit einer Kontrabassistin zusammentrifft. Darüber hinaus sind vertreten RSO Wien & Klangforum Wien, die ein concert grandiose spielen; das Duo Fred Frith & Bérangère Maximin; sowie der Musiker Gosheven, der die Tradition der Extended Guitar weiterentwickelt. Tomoko Sauvage präsentiert japanischen Klangminimalismus; Konus Quartett & Martin Brandlmayr hingegen schweizerische Saxophonquartettklänge; und Daniel Skoglund & Kathy Hinde experimentieren mit tierähnlichen Robotern. Des Weiteren begeben sich 200 steirische Schüler*innen auf die Suche nach aktuellen Klangbildern; das Talea Ensemble spielt eine Uraufführung von Georg Friedrich Haas; das ensemble zeitfluss erforscht die luzide Musik von Joanna Wozny. Nicht zuletzt sind zu Gast das Ensemble airborne extended und das Grazer recreation Orchester, das mit Christian von Borries mittels Künstlicher Intelligenz österreichisches Musikkulturgut neu erfindet. Eine Nacht mit dem Trio The Dwarfs of East Agouza und ZULI aus Kairo, ein Konzert mit der Sound- und Medienkünstlerin Jacqueline George sowie Diskussionen und Workshops sind außerdem Teil des Programms – bis hin zu viel, viel Radio.

4.10.–7.10.

Pass 55/45 Euro

Leitung: Elke Tschaikner

Kuratiert von Susanna Niedermayr, Christian Scheib, Elke Tschaikner, Fränk Zimmer

Produktion ORF Radio Österreich 1, ORF Landesstudio Steiermark

In Koproduktion mit steirischer herbst.

In Kooperation mit Kunstuniversität Graz, Ö1 Radiokunst Kunstradio, Deutschlandfunk Kultur – Hörspiel/Klangkunst, CTM Festival, SHAPE – Heterogeneous Art and Performance in Europe, ICAS – International Cities of Advanced Sound, Akademie Graz, esc medien kunst labor, Conto musicale, Landesschulrat für Steiermark, Goethe-Institut, IEM – Institut für Elektronische Musik und Akustik der Kunstuniversität Graz, die andere saite, FH JOANNEUM, Institut für Design und Kommunikation.

Mit Unterstützung von Ernst von Siemens Stiftung, AVL Cultural Foundation und dem Programm „Creative Europe“ der Europäischen Union.

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