Die österreichische Identität der Nachkriegszeit beruhte auf dem Mythos, dass das Land das erste Opfer des Nationalsozialismus gewesen sei – besetzt, aber nicht mitschuldig. Politisch funktionierte das – die Entnazifizierung fiel milde aus und die Kontinuitäten blieben tief. Und dennoch gab es Antifaschist:innen in Österreich: Partisan:innen, kommunistische und sozialdemokratische Widerstandsnetzwerke, zurückgekehrte Exilant:innen. Hat ihnen jemals jemand zugehört? Hat sich der Antifaschismus jemals als weitverbreitete gesellschaftliche Haltung durchgesetzt? Wie sieht es heute aus, wo Rechtsextreme ins Zentrum der Macht zurückgekehrt sind?

Ruth Beckermann ist eine Dokumentarfilmerin und Autorin. Zu ihren Filmen zählen Die papierne Brücke (1987), Jenseits des Krieges (1996), Waldheims Walzer (2018), Favoriten (2024) und Wax & Gold (2026). Beckermann erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Europäischen Dokumentarfilmpreis.

Heimo Halbrainer ist ein Historiker, der sich vor allem mit den Auswirkungen und Nachwirkungen des Nationalsozialismus in Graz und der Steiermark beschäftigt. Er leitet seit 1996 CLIO – Verein für Geschichts-, Kultur- und Bildungsarbeit und ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen.

Erich Klein ist Publizist und Übersetzer. Er veröffentlichte unter anderem Die Russen in Wien: Die Befreiung Österreichs (Falter Verlag, 1995), ist Co-Herausgeber von Jewgenij Chaldej: Fotograf der Befreiung (Jüdisches Museum Wien, 2021) und erhielt 2013 den Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik.