Oper Graz
Hector Berlioz
La Damnation de Faust

Oper

Nach den Trojanern, von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu einer der zehn besten Produktionen des Jahres 2025 gekürt, setzt die Oper Graz ihre Beschäftigung mit einem der faszinierendsten musikalischen Exzentriker des 19. Jahrhunderts fort. In seinem Meisterwerk aus dem Jahr 1846 zerteilt der französische Klangzauberer Hector Berlioz Goethes Mythos in grell leuchtende Einzelvisionen. Mit seiner in den Mitteln maßlosen Künstlertragödie schafft er einen romantischen Gegenentwurf zum klassischen Vernunft-Natur-Dualismus der goetheschen Vorlage.

Für Regisseur Lorenzo Fioroni wird La Damnation de Faust zum Erkenntnisspiel: Die Sehnsucht nach Einfachheit, nach klarer Orientierung wird von der Gegenwart mit Überforderung und der Zumutung von Komplexität beantwortet. Die Inszenierung begreift Berlioz’ eigenwilliges Werk als Aufforderung zu einem sinnlichen Denkexperiment, in dem der mythische Faust-Stoff neu befragt wird und zum Spiegel einer aus den Fugen geratenen Welt gerät.