Schiffsbrücke

Kuratorische Intervention

Der BAU erinnert unter anderem an ein Schiff. Diese spielerische kuratorische Intervention geht von dieser Ähnlichkeit aus und bezieht sich auf die Capitaine-Paul-Lemerle, einen umgebauten Frachter, der 1941 rund 350 Zivilist:innen aus Europa evakuierte. Das Schiff ist bekannt wegen seiner prominenten Passagiere, von denen viele mithilfe des amerikanischen Journalisten Varian Fry aus dem besetzten Frankreich flohen. Zu ihnen gehörten die Schriftstellerin Anna Seghers, der Revolutionär Victor Serge, die Surrealisten André Breton, Wilfredo Lam und André Masson, die Fotografin Germaine Krull sowie der Anthropologe Claude Lévi-Strauss.

Die Capitaine-Paul-Lemerle lief im März aus und erreichte nach mehreren Zwischenstopps im April Martinique. Ihre Passagiere wurden kurzzeitig in einem Flüchtlingslager interniert und durften dann nach Lateinamerika oder in die Vereinigten Staaten weiterreisen. Das Schiff wurde zu einem Symbol für die antifaschistischen Überzeugungen der modernistischen europäischen Intelligenz und ihren Exodus. Tatsächlich erhielten bei weitem nicht alle Intellektuellen und Künstler:innen der Avantgarde die notwendigen Papiere, um den Atlantik zu überqueren, und auch nicht alle widersetzten sich dem Faschismus.