Der schottische Künstler Ian Hamilton Finlay (1925–2006) war nicht nur Grafiker, Bildhauer und Land-Art-Künstler, sondern auch Dichter. Seine konkrete Poesie setzte er auch in seinem Lebensprojekt, dem Garten „Little Sparta“ auf seinem Anwesen in der Nähe von Edinburgh um, indem er Steinbrocken und Holzblöcke bearbeitete und einzelne Wörter sowie Gedichte einmeißelte und einritzte. Seine Tätigkeit als konkreter Poet war auch der Anstoß für seine zwei Jahrzehnte umspannende Brieffreundschaft mit dem österreichischen Lyriker Ernst Jandl (1925–2000). Dieser Briefwechsel wurde 2017 von der Germanistin Vanessa Hannesschläger editiert und herausgebracht. Hannesschläger ist der Einladung des Künstlerhauses gefolgt und wird „Im Fokus“ von der Brieffreundschaft der beiden Dichter erzählen.

Das Format „Im Fokus“ nimmt jeweils eine Stunde lang eine künstlerische Position unter die Lupe und erforscht diese im Gespräch mit externen Expert*innen diverser Fachrichtungen. Die Touren sind im Festival-Pass inkludiert. Sie können Ihre gewünschte Tour jederzeit im Büro der Offenen Fragen des steirischen herbst oder online buchen.


Die Germanistin Mag. Vanessa Hannesschläger (*1987 Linz, lebt in Linz und Wien) beschäftigt sich mit österreichischer Literatur nach 1945, experimenteller Literatur und Mehrsprachigkeit in der Literatur. Neben dem Studium arbeitete sie als Dramaturgin und Regieassistentin für Sprechtheater am Landestheater Linz und in freien Theaterprojekten. Mit der österreichischen Avantgarde und der internationalen experimentellen Literatur des 20. Jahrhunderts beschäftigte sie sich intensiv im Rahmen ihres Projekts „Ernst Jandl Online“, das sie im Literaturarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek umsetzte. Aus dem Nachlass Jandls gab sie in diesem Kontext den Briefwechsel des Autors mit dem schottischen konkreten Poeten und Künstler Finlay heraus. Hannesschläger arbeitet an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und beschäftigt sich aktuell mit dem Bühnenwerk Peter Handkes.

22.9.19, 11:00

Treffpunkt:
Büro der Offenen Fragen
Kaiser-Josef-Platz 4, 8010 Graz
teilweise ♿
t +43 664 24 500 89

Kuratiert vom Künstlerhaus Graz