Heather Phillipson

The Quaking and the Shaking of Our Previous Making (2026)

Die Party ist vorbei, oder vielleicht ist der ganze Traum der Gegenkultur auch endgültig geplatzt und hinterlässt lediglich Rückkopplungspfeifen. Heather Phillipson stellt sich eine Situation wie nach einer Gedenkfeier oder Totenwache vor. Die temporäre autonome Zone der Hausbesetzer:innen-Party ist zusammengebrochen, übrig sind nur ihre morbiden, entropischen Nachwehen.

Der Raum ist übersät mit Partydekorationen und vertrockneten Blumen in improvisierten Vasen. Die Soundanlage wurde noch nicht abgebaut, eine blasse VJ-Projektion läuft im Gedenken an jemanden weiter und ein überdimensionales Brot steht wie ein Sarg auf Sägeböcken. Phillipson platziert diese Trümmer in einen Raum, der von Größenwahn geprägt ist, unter einem Kronleuchter, der von einer zu niedrigen Decke herabhängt, und verweist so auf eine doppelte Preisgabe: Nicht nur wurde die Rebellion des Undergrounds ausgelöscht, sondern die zeitgenössische Kunst im Allgemeinen ist an den Rand gedrängt worden und siecht als nutzloser Luxus in einer Gesellschaft dahin, die ihr eigenes kollektives Schaffen nicht mehr wertschätzt.

Heather Phillipson (1978, London, Vereinigtes Königreich) ist eine Dichterin und Künstlerin, deren Werk Videoarbeiten, Installationen und skulpturale Umgebungen sowie Musik, Text und Performance umfasst. Ihre immersiven Installationen vermitteln häufig ein Gefühl der Bedrohung und deuten an, dass etablierte Systeme und Ideen kurz vor dem Zusammenbruch stehen. Phillipson war 2022 für den Turner Prize nominiert, und ihre Skulptur THE END wurde für die Fourth Plinth Commission am Londoner Trafalgar Square (2020–22) ausgewählt. Ihre Arbeiten wurden international in zahlreichen Museen und bei Biennalen gezeigt. Phillipson lebt in London.

In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ’26