Josefin Arnell
Edge of Empire (2026)
Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin
Heutzutage möchte jeder ewig leben, nicht nur die Reichen und Mächtigen. Zu den Longevity-Methoden könnte auch ein Vampirbiss zählen, wodurch diese Blutsauger:innen plötzlich sehr gefragt wären. Dies ist das Schicksal der berühmten steirischen Vampirin Carmilla in Josefin Arnells Neuinterpretation von Sheridan Le Fanus gleichnamiger Schauergeschichte von 1872. Gespielt von Florentina Holzinger, findet sich Carmilla als „heiße Ware“ im heutigen Österreich wieder, das voll mit Habsburger-Nostalgie und eifrigen Tourist:innen ist.
Carmilla wünscht sich lediglich, mit ihrer verstorbenen Geliebten wiedervereint zu werden und in der Zwischenzeit ihr Erbe anzutreten. Doch sie und zwei weitere Vampirinnen, die aus der Karibik zu Besuch sind, werden von einer Horde von Wellness-Fans, Influencer:innen, Longevity-Gurus und Bürokrat:innen verfolgt – gespielt von Schauspieler:innen ebenso wie Laiendarsteller:innen, darunter Mitglieder der Wiener Kunstszene. Arnells satirischer Splatterfilm kehrt das Original auf den Kopf: Die aristokratische Jägerin wird zur Beute der heutigen konsumorientierten Mittelschicht, die vom ewigen Leben träumt, während sie ihre unerschöpfliche Vorliebe für Selbstausbeutung und Dekadenz auslebt.
Josefin Arnell (1984, Ljusnedal, Schweden) ist eine Künstlerin und Filmemacherin, die untersucht, wie Gewalt und soziale Hierarchien den Alltag prägen. Sie nutzt schwarzen Humor, um sich in zeitgenössischen Systemen mit ihren unerfüllbaren Anforderungen zurechtzufinden. Ihre Arbeiten wurden unter anderem gezeigt bei: Stedelijk Museum Amsterdam; WIELS, Brüssel; Van Abbemuseum, Eindhoven; Athens Biennale; Rencontres Internationales Paris/Berlin; Riga International Film Festival und International Documentary Film Festival Amsterdam. Arnell gewann 2018 den Theodora Niemeijer Prijs, 2023 war sie für den niederländischen Prix de Rome nominiert. Sie lebt in Amsterdam.
In Auftrag gegeben von steirischer herbst ’26
Koproduziert von steirischer herbst ’26 und ARG (Leander Leutzendorff, Florian Kogler und Philipp Pesserl)
Unterstützt von Mondriaan Fonds und PART International Art Residency Austria