Vanessa Baird

Erected Family (2026)

Der Albtraum des Patriarchats ist ein sich wiederholendes Muster, wie man es in Vanessa Bairds Gemälden und Zeichnungen sieht. Die Künstlerin nimmt einen klaustrophobisch wirkenden Wohnraum vollständig in Besitz und bedeckt dessen Wände mit grotesken Aquarellen sowie verspielten und düsteren Szenen aus einem aus den Fugen geratenen Familienleben. Baird zeigt, wie das Öffentliche und das Private miteinander verschränkt sind, und skizziert ein komplexes Geflecht aus Gefühlen und Erfahrungen und widersetzt sich den traditionellen Idealen weiblicher Schönheit und Anmut. Dabei greift sie auf eine umfangreiche Sammlung von Referenzen aus der Massenkultur und der Kunstgeschichte zurück.

Halluzinatorische Visionen einer patriarchalischen Familie erscheinen wie ein verzerrtes und gespenstisches Märchen. Nicht nur gewalttätige Verwandte leben in diesem imaginären Raum, sondern auch archetypische Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, hervorgebracht durch „Arschloch-Geburten“ in einer ausschließlich männlichen Welt. Der Titel des Werks, Erected Family, ist ein phallisches Wortspiel und bezieht sich auf ein Familienleben, das angeblich von strengen christlichen Moralvorstellungen beherrscht wird, aber ständig in physische und psychische Gewalt umschlägt.

Vanessa Baird (1963, Oslo, Norwegen) ist eine Künstlerin, die für ihre Arbeiten auf Papier bekannt ist. Diese reichen von großformatigen Wandgemälden bis hin zu intimen Zeichnungen und verflechten das Familienleben mit persönlichen, sozialen und politischen Themen. Bairds Arbeiten befinden sich unter anderem in der Sammlung des British Museums und wurden ausgestellt bei: Museum De Reede, Antwerpen; Kunsthall Stavanger; Drawing Room, London; Kode, Bergen; Kunstnernes Hus, Oslo; Trondheim Kunstmuseum; Göteborgs konstmuseum und Nasjonalmuseet, Oslo. Sie lebt in Oslo.

In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ’26
Mit freundlicher Unterstützung des Office for Contemporary Art Norway (OCA)