Alina Kleytman
Thank You, Daddy! (2026)
Are U Tired? (2026)
Cradle of Democracy (2026)
Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin
Es hat bereits etwas Pornografisches, Kriege aus sicherer Entfernung zu verfolgen. Alina Kleytmans Kurzfilmreihe treibt dies auf die Spitze. Ihre Satire verschont weder die Darsteller:innen noch das voyeuristische Publikum und enthüllt die perverse Ökonomie hinter dem, was als Empathie durchgeht. In Kleytmans absurdem Theater wird Solidarität als Liste von Verbraucher:innenwünschen neu verpackt.
Als Schützengraben-Camgirl, in Latex gekleidete Verhör-Domina und schreiendes „Baby Democracy“ verkörpert die Künstlerin die bizarren Erwartungen, die der Westen auf ukrainische Körper projiziert. Im ersten Video wirbt ein Camgirl bei europäischen „Daddys“ um Spenden – auf ihrer Wunschliste stehen Leopard-Panzer und Zahnpasta. Der zweite Film verspottet typische Vorwürfe gegen Kriegsflüchtlinge als sadomasochistisches Geschäft. Im letzten Teil wirft ein tobendes, anspruchsvolles „Baby Democracy“ Fäkalien auf eine „Koalition der Willigen“, die es trotz allem belohnt.
Alina Kleytman (1991, Charkiw, Ukraine) ist eine Künstlerin, deren Praxis Skulptur, Video und Performance umfasst. Ihre Arbeit entschlüsselt die Erotik der Macht, die Poetik des Traumas und die Intimität der Kontrolle, indem sie sie an die Grenzen des Absurden treibt. Ihr Werk ist oft von einem schwarzen Humor durchzogen, der Provokation als Mittel nutzt, um moralische und emotionale Gewissheiten zu erschüttern. Ihre Arbeiten wurden in Einrichtungen gezeigt wie: Museum of Modern Art in Warsaw; Radvila Palace Museum of Art, Vilnius, und Museum Folkwang, Essen. Kleytman erhielt 2021 den Women in Arts Award und zweimal den PinchukArtCentre Prize. Sie lebt in Wien.
In Auftrag gegeben von Kunstverein Friedrichshafen und steirischer herbst ’26
Produziert von steirischer herbst ’26 mit Unterstützung der Ukrainischen Kulturstiftung