Leila Hekmat
The Dandelion School (2026)
Mit freundlicher Genehmigung der Künstlerin
Jede Utopie braucht Werbung, und je verführerischer ihre Ästhetik ist, desto unheimlicher wird sie. In The Dandelion School inszeniert Leila Hekmat das Rekrutierungsbüro einer fiktiven „Zurück zur Natur“-Sekte. Wer sich auf sie einlässt, könnte ihren Versprechen von Wärme, Heilungsritualen und höheren Bewusstseinszuständen erliegen, doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es böse endet – wie bei der Manson Family oder dem Prediger Jim Jones, der einen Massenselbstmord seiner Anhänger:innen befahl.
Hekmat schafft einen Raum, der Befreiung verspricht und von der gegenkulturellen Pracht der 1970er-Jahre durchdrungen ist – verführerisch, offen und mitschuldig. Mittlerweile haben sowohl Großkonzerne als auch reaktionäre Kräfte diese Gegenkultur als eine Form der „Soft Power“ vereinnahmt. Das Herzstück der Installation ist ein mystisch-psychedelisches Werbevideo, in dem die charismatische Sektenführung auftritt. Die Lehre von Hekmats Schule lautet: Mit genügend Samt umhüllt, verkehrt sich Revolte in ihr Gegenteil – in ein Dogma, eine Liturgie, eine Sucht.
Leila Hekmat (1981, Los Angeles, USA) ist eine Künstlerin, die Installation, Performance, Film und Musik verbindet und lebendige Tableaus barocker Satire schafft. Mit handgefertigten Kostümen und Bühnenbildern entwirft sie detailreiche Welten, die spielerisch gesellschaftliche Konventionen und Geschlechternormen unterlaufen. Ihre Arbeiten waren zuletzt unter anderem im Gropius Bau, Berlin; Haus am Waldsee, Berlin; HAU Hebbel am Ufer, Berlin, und bei den Berliner Festspielen zu sehen. Hekmat lebt in Berlin.
In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ’26