Max Höfler und Andreas Unterweger
Wenn wir was zu sagen hätten (2026)
Mit freundlicher Genehmigung der Künstler
Bevor der Griesplatz 34 zum Ausstellungsort wurde, beherbergte er ein legendäres Schnitzellokal – einen Nachtimbiss auf dem umkämpftesten Platz der Stadt, in dem sich Clubgänger:innen, alteingesessene Österreicher:innen und Angehörige der vielen Diasporagemeinden über den Weg liefen. In Andreas Unterweger und Max Höflers Audioinstallation dienen die Tische des ehemaligen Gasthauses als Schauplatz fiktiver Wirtshausgespräche. Diese offenbaren jenen vorpolitischen Raum, in dem Ressentiments Gestalt annehmen und unbegründete Wunschvorstellungen konsensfähig werden.
Von den 1970er-Jahren bis heute spiegeln die Dialoge die sich wandelnden Anliegen, Geschlechterrollen und Stereotypen wider und nutzen dabei gekonnt lokale Dialekte. Im Rückblick wird eine langsame Verschiebung offensichtlich, die in der Gegenwart unsichtbar bleibt. Von zwei Grazer Autoren – einer davon lebte einst im Viertel – aus der Innenperspektive rekonstruiert, beweist das Werk, dass die Avantgarde und der Stammtisch schon immer dieselbe Postleitzahl hatten und man die Warnsignale ihres potenziellen Zusammenstoßes bereits bei einem Bier überhören konnte.
Max Höfler (1978, Vorau, Österreich) ist ein Schriftsteller und Künstler. Er schreibt experimentelle und konzeptuelle Prosatexte und nimmt regelmäßig an internationalen Lesungen und Literatur-Performances teil. Höfler leitete zwischen 2009 und 2017 das Literaturreferat des Forum Stadtpark, Graz, und gibt das Leinwandliteraturmagazin Glory Hole – nachrichten von drüben heraus. 2024 erhielt er den Rotahorn-Literaturpreis, und 2025 las er beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb. Höfler lebt in Graz.
Andreas Unterweger (1978, Graz) ist ein Schriftsteller, Übersetzer und der Herausgeber der Literaturzeitschrift manuskripte. Zu seinen letzten Veröffentlichungen zählen der Roman So long, Annemarie (Droschl, 2022) und der Lyrikband Haus ohne Türen (Droschl, 2025). Unterweger hat unter anderem den Literaturpreis der Akademie Graz 2009 und den manuskripte-Preis des Landes Steiermark 2016 erhalten. Er lebt in Leibnitz.
In Auftrag gegeben und produziert von steirischer herbst ’26
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Führung mit Max Höfler und Andreas Unterweger