Lennart Boyd Schürmann

Liluli: Allegories of the Western Soul (2026)
Performance/Theater

Romain Rollands politische Farce Liluli (1919) dramatisiert gesellschaftliche Rationalität als totale Mobilmachung: Allegorisch zeigt das Stück, wie eine fatale Allianz aus Kapital, nationalistischer Propaganda und intellektueller Orientierungslosigkeit Europa in ein Schlachtfeld verwandelte. Angesichts einer erneuten Normalisierung von Kriegen bearbeitet Lennart Boyd Schürmann Rollands weitgehend vergessenen Text als Resonanzraum gegenwärtiger ideologischer Konstellationen. Aus dem Ende der Geschichte zurückgekehrt, unternimmt eine Gruppe dubioser göttlicher Akteur:innen den Versuch, aus den Ruinen moderner Illusionen tragfähige Behausungen zu errichten.

Lennart Boyd Schürmann (1994, London, Vereinigtes Königreich) ist ein Regisseur und Autor. In seinen Arbeiten entwirft er choreografische Modelle und experimentelle Problemkonstellationen als kontemplative Spielfelder prekärer Sinnwelten und (anti-)moderner Emanzipationsbemühungen. Gemeinsam mit Kurator Moritz Nebenführ realisiert er unter dem Namen ,Bruch‘- transnationale Kollaborationen zwischen Theater, bildender Kunst und akademischer Forschung. Schürmanns Arbeiten werden international in verschiedenen institutionellen Kontexten gezeigt.

In Auftrag gegeben von steirischer herbst ’26
Produziert von steirischer herbst ’26 in Koproduktion mit symblysma
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Mit freundlicher Unterstützung durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Verband Freie Darstellende Künste Bayern e. V.


Vermittlungsangebot
27.9., 17:30
Informelles Intro