Pauline Curnier Jardin

Jeanet Film Adulte (2025)

Der Karneval im belgischen Aalst wurde 2019 wegen unzähliger diskriminierender Motive von der UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes gestrichen – auf Bitte der Stadt selbst. Die jüngste Geschichte des Straßenumzugs spiegelt den Rechtsruck der Arbeiterklasse in dieser traditionellen Industriestadt wider. Eine der kontroversen Figuren ist die Vuil Jeanet (dreckige Jeanette), die – von Männern verkörpert – Klischees von Sexarbeiterinnen, armen Müttern und verrückten Ehefrauen vereint. Pauline Curnier Jardin hat den Karneval mit einem Kamerateam begleitet und wirft einen kritischen Blick auf Männer, die Kleider anziehen, um Frauen zu erniedrigen.

Pauline Curnier Jardin (1980, Marseille, Frankreich) ist eine Künstlerin, die hauptsächlich mit Film, Installation, Performance und Zeichnung arbeitet. Curnier Jardins Ansatz verbindet Ethnografie und Fantasie mit einem besonderen Bewusstsein für Frauenbilder in der Mythologie, der Folklore und im Kino. Ihre Arbeiten wurden zuletzt unter anderem im Kiasma, Helsinki (2024); MACRO, Rom (2024); Centraal Museum, Utrecht (2023); Haus der Kulturen der Welt, Berlin (2022), und Hamburger Bahnhof, Berlin (2021), gezeigt. Curnier Jardin erhielt 2019 den Preis der Nationalgalerie. Sie lebt in Rom und Berlin.

In Auftrag gegeben von steirischer herbst ’25 und NW, Open House for Contemporary Art and Film

Produziert von NW, Open House for Contemporary Art and Film und steirischer herbst ’25