Michael Portnoy

Progressive Touch: Series 1 (2019)
Videoinstallation

Mit seiner neuen Mehrkanal-Videoarbeit will Michael Portnoy dazu beitragen, dass Sex „besser“ wird, wie er sagt. Dafür erforscht und erweitert er die Beziehungen zwischen menschlicher Sexualität, Choreografie und Musikkomposition und sagt der offenkundigen rhythmischen Eintönigkeit menschlicher Bewegungen und Gesten den Kampf an – eine Eintönigkeit, die man aus der industrialisierten Arbeit ebenso kennt wie aus der Geschichte des modernen Tanzes, wo die Beziehung zum Rhythmus der Musik entweder aufgelöst wurde oder sich auf popkulturelle Anspielungen reduziert. Man kennt diese Monotonie allerdings auch von den vorhersehbaren Moves sexueller Intimität, ein Terrain, das seit Langem von Ausbeutung, Kommerzialisierung, Sensationslust und Abstumpfung bedroht ist. Portnoy schlägt vor, diese allzu vorhersagbaren Verhältnisse etwas diffiziler zu gestalten, indem er die komplexe Metrik und Kompositionsstrukturen des Progressive Rock und Math Metal auf den sexuellen Akt überträgt. In slapstickartigen kurzen Bewegungsabläufen führt eine Gruppe von Performer*innen modifizierte Etappen von sexuellen Begegnungen vor. Das Ergebnis sind Vereinigungen, die als opernhafte Prog-Rock-Komposition ebenso gut funktionieren wie als Übung, die man zu Hause ausprobieren kann.

20.9.–13.10.19

Helmut List Halle
Waagner-Biro-Straße 98a
8020 Graz
♿ Zugänglich für Rollstühle
http://www.helmut-list-halle.com

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Eintritt frei mit Festival-Pass
Inhalt ist nicht jugendfrei, Eintritt ab 18 Jahren

In Auftrag gegeben von steirischer herbst ’19 

Koproduziert von steirischer herbst ’19, Vleeshal Center for Contemporary Art (Middelburg) und unterstützt von Chris Fitzpatrick 

Regie: Michael Portnoy
Performance: Tizo All, Juan Felipe Amaya González, Ilona Bankiraj, Marc Philipp Gabriel, Mad Kate, Astrid Panaken, Deva Schubert und Adrienne Teicher 
Musik: Stefan Meier und Michael Portnoy
Produktion Berlin: Esther Niemeier
Produktion New York: Julia Simpson
Assistenz Choreografie: Moss Beynon Juckes
Bildgestaltung: Darja Pilz
Kamerassistenz: David Kizner
Oberbeleuchter: Jens Thurmann
O-Ton: Camilo Garcia Castro
Maskenbild: Servulo Mendez
Szenenbild: Ran Chai Bar-zvi und Leonard Mandl

Michael Portnoy (1971, Washington, D.C.) kommt aus den Bereichen Tanz und Stand-up-Comedy. In seinen performativen Arbeiten nutzt er eine Vielzahl von Medien wie partizipative Installationen, Skulpturen, Malerei, Texte, Theater und Video sowie kuratorische Herangehensweisen. Er verbiegt und verdreht Sprache und Verhalten und erzielt damit oft einen brutal komischen Effekt. Michael Portnoy lebt in New York.