Ariel Efraim Ashbel and friends

no apocalypse not now (2019)
​Performance

Nichts Geringeres als den Untergang aller Zivilisation thematisiert die neue Performance von Ariel Efraim Ashbel and friends. In einer Mischung aus Theater, bildender Kunst und Live-Konzert nehmen sie sich die jüdisch-christliche Eschatologie vor und bringen diese in Verbindung mit dem wiederholten Abgleiten zivilisatorischer Unterfangen ins Barbarische, das mit dem Kolonialzeitalter begann und sich bis zum heutigen Versagen des Welthumanismus fortsetzt. Am Schauplatz eines tropischen Herrenhauses, das an Francis Ford Coppolas Film Apocalypse Now (1979) oder auch Joseph Conrads Erzählung Herz der Finsternis (1899) erinnert, lassen Ashbel and friends das Publikum in eine Welt der Endzeitkulte und Verschwörungstheorien, der Bunker bauenden, Notrationen hortenden Prepper-Szene und messianischen Siedlerbewegungen eintauchen. Deren düstere Zukunftsszenarien von Verwüstung, Sühne und Wiederauferstehung verraten viel über die anhaltende Krise des westlichen Humanismus, dem das Theater seit Langem als moralisches Labor dient. Ashbel and friends erhellen den Niedergang dieses Universalismus und reagieren darauf in ihrer Performance nicht nur mit westlichen Visionen von Vernichtung und sittlichem Verderben, sondern auch mit der Sehnsucht nach zweiten Chancen und immer neuen Anfängen, die in ebensolchen Endzeitvisionen zum Ausdruck kommen.

28.9.19, 29.9.19, 19:00

Dauer: ca. 100 min.

Orpheum
Orpheumgasse 8
8020 Graz
♿ Zugänglich für Rollstühle
http://www.spielstaetten.at

Google Maps

Sprachkenntnisse zum Verständnis nicht notwendig 

Eintritt frei mit Festival-Pass
Begrenzte Kapazitäten, Reservierung empfohlen, Reservierungsgebühr: 2 Euro
Einzelkarte 16/12 Euro

Eine Koproduktion von Ariel Efraim Ashbel, FFT Düsseldorf, HAU Hebbel am Ufer (Berlin), Kampnagel Hamburg und steirischer herbst ’19
Gefördert von Hauptstadtkulturfonds (Berlin)

Regie: Ariel Efraim Ashbel 
Recherche und Konzept: Romm Lewkowicz
Von und mit: Jessica Gadani, Cassie Augusta Jørgensen, Tatiana Saphir und Sarah Thom 
Musik: Hacklander / Hatam
Chor: Singschul’ der Oper Graz 
Bühne: Eli Petel 
Kostüme: Sandra Fink
Licht: Joseph Wegmann
Dramaturgie: Petra Poelzl
Regieassistenz: Katharina Joy Book
Designassistenz: Klara Mand
Presse: Wayra Scheubel
Produktion: björn & björn


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Ariel Efraim Ashbel (1982, Tel Aviv) ist Theatermacher. Seine Aufführungen sind visuelle Spektakel, die ein breites Spektrum historischer, politischer, theoretischer und popkultureller Referenzen miteinander verknüpfen. Ashbel kooperiert auf der Basis von Kompositions- und Sampling-Techniken mit Freund*innen, um interdisziplinäre Konstrukte an der Schnittstelle von Theater, Tanz, Musik und Installation zu realisieren. Ariel Efraim Ashbel lebt in Berlin.