Partnerprogramm
Auch heuer wird der steirische herbst von einem umfangreichen und vielgestaltigen Programm lokaler Kulturinstitutionen und Künstler:innen begleitet. Neunundzwanzig Projekte in Graz und der Steiermark sind 2026 Teil des Festivals.
Ausstellungen
Akademie Graz
Marie Vermont
UNDER-MINING
UNDER-MINING schürft in historischen und aktuellen Entwicklungen von Allmenden, Aneignungen, Untergründen und psychoakustischen Landschaften und oszilliert dabei zwischen sichtbar und hörbar, porös und manifest, Zeit und Material.
APORON 21
die prekARTe ’26
Brache / Kultur / G’stättn
Die prekARTe ’26 ist: angewandte Erforschung künstlerischer Strategien zum zeitgenössischen (Über)Leben im Windschatten von Spekulationen, Krisen und Kriegen.
Camera Austria
Valérie Jouve
The Outside Inside
In ihren fotografischen Installationen begibt sich Valérie Jouve auf eine anthropologische Reise durch einen Raum, in dem Mensch, Architektur und Natur gleichermaßen bedeutend sind. Durch die Kombination von Landschaft und Porträt schafft sie visuelle Welten jenseits der Reportage und eröffnet neue Blickwinkel.
esc medien kunst labor
(RE)NEW: Part II
(RE)NEW zeigt internationale Medienkunstprojekte, die Erneuerung und Transformation als Prozesse verstehen, die sich zwischen Mensch, Technologie und Natur fortwährend neu organisieren. Sie geben uns über die ästhetische und sinnliche Wahrnehmung hinaus die Zuversicht, dass die Zukunft offen und gestaltbar ist.
Grazer Kunstverein
Martin Maloney
Martin Maloney, kuratiert von Yana Foqué, präsentiert zentrale Werke des frühen Konzeptkünstlers Martin Maloney (1938–2003) in seiner ersten Einzelausstellung im institutionellen Kontext. Die Schau legt den Fokus auf seine Korrespondenz und ordnet seine Arbeiten in einen breiteren kunsthistorischen Kontext ein.
Graz Museum
Morgen war alles besser. Im Graz der 70er
Anhand von elf Orten erzählt die Ausstellung vom Leben im Graz der 1970er-Jahre. Was bedeutete es, alte Strukturen aufzubrechen und Reformen anzugehen? Mit welchen Herausforderungen und Krisen waren die Einwohner:innen konfrontiert? Was ließ man gehen und was wurde bewahrt? Was wirkt bis heute nach?
HDA – Haus der Architektur
Holzbau Architektur mit MENSCH. ORT. HAUS. VERSTAND.
Die Ausstellung untersucht auf ganzheitliche Weise ausgewählte Architekturen und zeigt auf, welche sozialen, baukulturellen, räumlichen und konstruktiven Aspekte notwendig sind, um mit Holz ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltig zu bauen.
KULTUMUSEUM Graz
TOHUWABOHU. Stille & Gewalt (Gott hat kein Museum – Auswahl zwei)
Mit TOHUWABOH – Chaos, einem Bilderzyklus zum Alten Testament, präsentiert das KULTUMUSEUM Eilfried Huth als Maler. Gemeinsam mit Sammlungsinterventionen von Elisabeth Gschiel zu Stille & Gewalt akzentuiert das Werk die Auswahl Zwei von Gott hat kein Museum.
Kunsthaus Graz
30 % Löwenzahn
Schönheit, Stärke und widerständige Resilienz: Vom Löwenzahn zu lernen heißt, die starke Verbindung zwischen Blumen und Menschen zu sehen – wir teilen uns 30 % des genetischen Materials. Inmitten ökologischer Krisen, kolonialer Nachwirkungen und digitaler Beschleunigung fordert die Ausstellung neue Aufmerksamkeit.
Kunst im öffentlichen Raum Steiermark (Griesgasse 40)
Widerstand aufstellen? / Ustanovitev odpora?
Fast 80 Jahre stand eine Bronzeskulptur in einem Kärntner Keller, bevor sie als Partisanendenkmal identifiziert wurde. Nun wird die Statue der Öffentlichkeit präsentiert und diese mit der Frage konfrontiert: Wofür steht die Figur, woran erinnert sie und, vor allem, wo soll sie hin?
Kunstraum TROST
Jakob Kolb
Vessels: Engine Room
Ein Erinnerungsapparat im Kunstraum TROST: Vessels: Engine Room transformiert Live-Performance in ein zirkulierendes audiovisuelles Gedächtnis. Akustische Momente werden in einem skulpturalen System gespeichert und dem fortschreitenden zeitlichen Zerfall überlassen.
kunstverein W.A.S. und raum
Maryam Farhang
if I had a body …
Eine multidisziplinäre Installation und Performance erforschen den Körper als Zeugen und Archiv, geprägt vom Trauma des Iran-Irak-Krieges. Durch verzerrte Selbstbilder und Parallelen zu Gaza setzen sie sich mit Hunger, Auslöschung und ethnischer Säuberung auseinander und verwandeln ererbte Gewalt in Erinnerung und Widerstand.
manuskripte
pars pro toto: Reliquien lebender Autor:innen
Glasaugen, Fotos oder doch Bleistifte? Vier Autor:innen stellen der Literaturzeitschrift manuskripte ihre eigenen Reliquien samt erklärendem Text zur Verfügung und gewinnen dadurch die Kontrolle über ihre Werkinterpretation, ja, über ihr Leben zurück.
QL-Galerie
Esther Strauß
Oma war kein Nazi
Als Esther Strauß ihre Großmutter fragt, ob sie NSDAP-Mitglied gewesen sei, verneint diese– später stellt sich das Gegenteil heraus. Welche Performativität haben Lügen? Was bedeutet es, in ihnen aufzuwachsen? Strauß’ Ausstellung forscht zu Frauen als Täterinnen, aber auch zur verschütteten NS-Geschichte der Leechgasse 24.
RHIZOM
Marc Bertel
Everything Is Everythang
Diese filmische Collage, eine Reflexion über Beziehungen, Liebe und Verlust, stellt die Großfamilie des Künstlers in South Central L.A. in den Mittelpunkt. Stets auf eine gewisse Undurchsichtigkeit bedacht, zeugen die dokumentarischen Zugänge des Films von der Notwendigkeit, durch Kunst Gemeinschaft zu bilden.
< rotor > Zentrum für zeitgenössische Kunst
Eine Parabel über Enden und Anfänge, die wir noch nicht kennen, Teil 2: Das kolossale Landtier
Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Wesen, das in mythologischen Erzählungen als gewaltiges Landtier erscheint. Inspiriert von den Schriften von Báyò Akómoláfé bewegt sich die Schau zwischen Schwere und Transformation, Erdung und Übersättigung, Ordnung und karnevalesker Auflösung.
SAMA Kollektiv
Open Window
Open Window ist ein Ausstellungsformat des SAMA Kollektivs, das künstlerische Arbeiten ins Zentrum rückt, die Wohnen und Eigentum als umkämpfte politische Verhältnisse verhandeln. Im Rahmen des Kunst- und Kulturfestivals co nullvier findet die Ausstellung im Kiosk des Studentischen Wohnungsservice (SWS) statt.
Schaumbad – Freies Atelierhaus Graz
All Monsters Are Human. Das Groteske in uns
Diese Ausstellung untersucht Angst, Gewalt, Tod und innere Dunkelheit – nicht um zu schockieren, sondern um zu enthüllen. Durch groteske Welten und menschliche Monster bietet sie Katharsis, Verständnis und Hoffnung in einer Zeit, die sich oft monströs anfühlt.
Universität Graz (Graz School for Interdisciplinary Transnational Studies)
Carolyn Defrin in Zusammenarbeit mit dem NOMIS-Forschungsprojekt Elastic Borders
Portals to the Future
Portals to the Future ist eine künstlerische Intervention und Ausstellung, die sich damit auseinandersetzt, wie wir uns eine humanere Zukunft für Migration vorstellen könnten. Überall in der Stadt verwandeln sich alltägliche Türöffnungen in Portale zu immersiven Audio-Zukunftserlebnissen, während eine multimediale Kunstausstellung das kollektive Gestalten der Zukunft thematisiert.
ZIEGEL
The 4th Block. International Triennial of Ecological Poster
Die Tschornobyl-Katastrophe ist kein Datum, sondern ein Riss in der Geschichte und eine Herausforderung für unsere Werte. Vierzig Jahre später fragt diese Ausstellung: Wer trägt Verantwortung – und was kostet Schweigen? Anhand von Arbeiten aus aller Welt befasst sie sich mit Folgen, Erinnerung als Handeln und Ökologie als Ethik.
Performances
KRA
Mission Mustang: Ein Roadmovie im Autokino
KRA löst alle Konflikte der Welt! Diesmal im Autokino. Mission Mustang ist ein Live-Roadmovie über den Abschied vom Auto und allem, wofür es steht. Das Ende einer großen Liebe, die toxisch geworden ist, aber noch immer nach Freiheit duftet. Ein letzter gemeinsamer Roadtrip.
Kunsthaus Graz
Discussique: Blumen hören
Nachsaat
Discussique: Blumen hören folgt den Spuren floraler Metaphern in unterschiedlichen Kulturen und entfaltet im Zusammenspiel von künstlerischer Forschung, Raum, Publikum und Pflanzen neue Formen des Zuhörens, Musizierens und Austauschs. Nach Anpflanzen und Blühen folgt Nachsaat als das letzte Kapitel.
Oper Graz
Hector Berlioz
La Damnation de Faust
Regisseur Lorenzo Fioroni bringt gemeinsam mit Johannes Braun am Pult der Grazer Philharmoniker Hector Berlioz’ ultimative Faust-Apokalypse in einer Rauminstallation des mehrfach preisgekrönten Bühnenbildners Sebastian Hannak auf die Bühne.
Das Planetenparty Prinzip
The Balkan Peak Resort: Skifahren wie im schönen Österreich
Ein Ski-Resort in Albanien, finanziert durch österreichisches Kapital: Profitiert tatsächlich auch die Region davon? Anhand des fiktiven Balkan Peak Resort zerlegt die Performance das Narrativ der „Entwicklungshilfe“. Ein Abend über koloniale Kontinuitäten und die Hartnäckigkeit stereotyper Zuschreibungen.
Schauspielhaus Graz
Ewe Benbenek
ФielföلkaŠtát (äh, vielvölkastaat, oder was?)
Was bedeutet es heute, zu Europa zu gehören? Wer darf „von hier“ sein – und wer nicht? Ewe Benbenek erkundet die Geschichte der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie und verbindet sie mit aktuellen Fragen von Arbeit, Migration und Zugehörigkeit.
Diskurs
Forum Stadtpark
Alerta! Konferenz zum Faschismus der Gegenwart und Möglichkeiten des Widerstands
Spätestens wenn Antifaschismus sichtbar delegitimiert und kriminalisiert wird, braucht es eine breite gesellschaftliche Antwort. Die interdisziplinäre Konferenz Alerta! bringt aktuelle Analysen faschistoider und autoritärer Entwicklungen mit Ansätzen für kollektive Gegenstrategien zusammen.
In der Steiermark
Haus Lebt 2026
Dear Future,
Kunst- und Kulturfestival
Haus Lebt ist ein Kunst- und Kulturfestival in einem unfertigen, ausgehöhlten, denkmalgeschützten Barockhaus. Die Baustelle wird zur Bühne, die Eröffnung zur Gleichenfeier und wir versöhnen uns mit der Unsicherheit: „Liebe Zukunft, dass wir nicht sollen leben können in Hartberg, das glauben wir nicht.“
Kunst im öffentlichen Raum Steiermark und ASIST
Milica Tomić
Aflenz Memorial
Auf dem ehemaligen Gelände des Konzentrationslagers Leibnitz/Aflenz entsteht nach einem künstlerischen Konzept von Milica Tomić ein begehbares Landschaftsdenkmal. Die Natur selbst wird zum Träger der Erinnerung und macht sichtbar, was sich im Boden eingeschrieben hat.
Pavelhaus
Der Tunnelblick – tunelski vid – Tunnel Vision: Von Hubschraubern, Erinnerung, Löchern und viel Sprachigkeit
Ausstellung
Der Tunnelblick bietet Fahrten durch die Löcher der Geschichte und des gegenwärtigen Bewusstseins und schafft neue Verbindungen zwischen Kärnten/Koroška und Steiermark/Štajerska – mit einem Exkurs zu 40 Jahren Tschornobyl und einem Kakibaum für den Frieden.