STUBENrein

6.9.–22.9.

Im Spannungsfeld von Zeigen und Verbergen, Repräsentation und Rückzug, Öffentlichkeit und Privatsphäre ist Wohnen heute enger denn je an persönliche Sinnsuche gekoppelt und der Wohn- wie oft auch der Arbeitsraum sind zum Schauplatz der eigenen (Wunsch-)Identität geworden.

Mit der temporären Neubesetzung privater und öffentlicher Räume in jeder der vierzehn Gemeinden des Bezirks Murau werden fernab etablierter Kunstorte leicht zugängliche kulturelle Teilhabe und die Entwicklung von Visionen für eine mögliche (Neu-)Gestaltung sozialen Zusammenlebens ermöglicht. Rund vierzig Künstler*innen und Alltagsexpert*innen werden im Rahmen des Festivals STUBENrein an Orten aktiv, die vom Recycling-Center zu einer Wirtsstube, vom leerstehenden Amtsgebäude bis zur Lkw-Halle, vom Seniorenheim bis zur Almstube oder zu einem nicht mehr genutzten Geschäftsraum reichen. Der heutzutage kaum mehr verwendete Begriff Stube wird dabei rein soziologisch und nicht kulturhistorisch gesehen.

Das Festival untersucht dieses Jahr bereits zum vierten Mal die „Temperatur“ der Kulturlandschaft der Region Murau mit Methoden, die sich im Spannungsfeld von Kunst und Soziologie bewegen. 2019 steht die Frage, ob der Begriff Stube „weniger“ neu besetzt und umgedeutet werden sollte, im Zentrum: Mit welchen Allianzen kann verlorengegangenen regionalen Identitäten, dem Verlust herkömmlicher Berufsfelder, dem Zwang zur Selbstoptimierung, digitalem Sucht- und Fluchtverhalten, Warenüberangebot und demografischem Wandel etwas entgegengesetzt werden?


Konzept: Andreas Staudinger
Kuratiert von: Gunilla Plank, Andreas Staudinger und Uli Vonbank-Schedler

In Kooperation mit Kultur-Spiel-Räume der Holzwelt Murau und das ANDERE Heimatmuseum, Neumarkt
Unterstützt von steirischer herbst