Walid Raad (US/LB)

Kicking the Dead

G
Bildende Kunst / Ausstellung / Performance
O
Graz
 

In einer Ausstellung und mehreren Walkthroughs präsentiert der international bekannte Künstler Walid Raad Kunstwerke und Geschichten über islamische Kunst, den Ersten Weltkrieg und den Aufbau neuer Infrastrukturen für Kunst in der arabischen Welt.

Ende 2017 wird der Louvre Abu Dhabi seine Tore für die Öffentlichkeit öffnen. Das Projekt schließt an die Gründung des Département des arts de l’Islam im Pariser Louvre 2012 an und fällt mit der Einrichtung neuer Abteilungen für islamische Kunst in diversen Museen weltweit zusammen (darunter insbesondere das Metropolitan Museum of Art in New York, das Museum für islamische Kunst in Doha sowie das Aga Khan Museum in Toronto). Das wieder aufkommende Interesse an islamischer Kunst begleitet die dramatischen geopolitischen Ereignisse der letzten Jahrzehnte, von der irakischen Invasion in Kuwait im Jahr 1990 bis zu den aktuellen Kriegen in Syrien, Palästina, Irak, Afghanistan und Jemen. Es überschneidet sich zudem mit dem 100. Jahrestag des Ersten Weltkriegs, aus dem der Nahe Osten in seiner heutigen Form hervorging.

Diese Aspekte stehen im Mittelpunkt der Arbeit von Walid Raad. Für die Ausstellung in den Prunkräumen des Palais Attems hat der in Beirut geborene und heute in New York lebende Künstler eine Reihe von Installationen und Bühnenbildern entworfen. In den ersten beiden Festivalwochen wird Raad mehrere Walkthroughs präsentieren. Dabei setzt er sich mit dem Bau des Louvre Abu Dhabi und dem Übergang von synthetischen zu natürlichen Farbstoffen Ende des 19. Jahrhunderts ebenso auseinander wie mit den Schriften von Jalal Toufic und der Frage, welche (im)materiellen Auswirkungen Gewalt und Krieg auf Kultur und Tradition haben.

Mit Walid Raad (US/LB)
Produktion Celesta Rottiers (BE)
Technik Herman Sorgeloos (BE)

Auftragswerk Buda & steirischer herbst

Koproduktion steirischer herbst, Buda Kortrijk, HAU Hebbel am Ufer, Onassis Cultural Center
Projektförderer Phileas – A Fund for Contemporary Art

Walid Raad (US/LB)

Walid Raad, geboren 1967 in Chbanieh/Libanon, lebt als bildender Künstler in New York City, wo er unter anderem an der Cooper Union School of Art lehrt. Anfang der 1980er Jahre verließ Raad den Libanon und studierte am Rochester Institute of Technology Fotografie sowie Cultural and Visual Studies an der Rochester University. 1999 gründete er die Atlas Group, ein multimediales Archiv, das sich auf non-traditionalistischem Wege mit der Zeitgeschichte Libanons beschäftigt und – wie sämtliches Schaffen des Multimediakünstlers – Elemente von Fotografie, Video- und Installationskunst verbindet. Arbeiten von Raad waren unter anderem auf der Biennale Venedig und der documenta in Kassel zu sehen, wurden in Einzelausstellungen am MoMA und dem Louvre gezeigt und mit dem Camera Austria Award (2005) und dem Hasselblad Award (2011) prämiert.