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steirischer herbst 2007 · Presse · Pressestimmen Details

steirischer herbst 2007
Falter Steiermark - 26.09.2007
Kauf Barbara Stöckl
Auf Hannah Hurtzigs "Schwarzmarkt" wird mit Wissen gehandelt. Das hat mit gelebter Utopie unter Marktbedingungen ebenso zu tun wie mit Volkstheater.

Hannah Hurtzigs "Schwarzmarkt für nützliches Wissen und Nicht-Wissen" ist nicht nur ein
Projekt mit einem verschwenderisch langen Namen, sondern auch grundsätzlich sehr luxuriös
konstruiert. Einhundert Experten kommen für vier Stunden an einem Ort zusammen - in Graz ist
dies Sonntagabend das Orpheum - und bieten dort interessiertem Publikum in jeweils
halbstündigen Einzelgesprächen Ausschnitte ihres Wissens zu einem bestimmten Thema an. Als
Generalthema für Graz hat Hurtzig "Die Gabe und andere Verletzungen des Tauschprinzips"
entwickelt - nicht zuletzt aufgrund der Bettler, die der Berliner Theatermacherin in der Innenstadt
aufgefallen sind.

Den Gesprächen geht ein anspruchsvolles Check-in-Verfahren voraus, in dem die "Klienten"
versuchen, bei einer der 18 Hostessen ihren Lieblingsexperten zu buchen (eine halbe Stunde
kostet regulär einen Euro). Das scheitert nicht selten, weil eben alle mit Barbara Stöckl über
"Mechanismen des Helfens" sprechen wollen oder mit der Autorin und Millionenshow-Gewinnerin
El Awadalla über die Frage "Wie viel und wenig ist doch eine gewonnene Million". Oder mit
herbst-Intendantin Veronica Kaup-Hasler, die sich das Thema "Korruption durch Subvention.
Klinkenputzen - aber richtig" gewählt hat. Korruption und Schwarzmarkt - das geht gut
zusammen: Wer also beim Buchen zunächst scheitert, darf ruhig versuchen, seinem Wunsch mit
ein wenig Bargeld Nachdruck zu verleihen. "Die Anti-Regel ist", sagt Hannah Hurtzig, "dass die
Hostessen bestechlich sind".

Das Setting im Theaterraum ist dann bestechend schlicht: Vierzig intim beleuchtete Einzeltische
stehen im Raum, an denen sich Experte und Klient gegenübersitzen. Die Besucher, die beim
Buchen zu langsam waren, gruppieren sich um den Wissensbasar herum und können einzelne
Gespräche über Kopfhörer belauschen. "Das Gespräch selbst ist unkontrolliert", sagt Hurtzig, die
in monatelanger Vorarbeit die hundert Experten ausgewählt und die Themen fixiert hat. In der
halben Stunde mit dem Experten kann also alles Mögliche passieren - vom Flirt bis zum
Bewerbungsgespräch. "Die reine Wissensaneignung ist es nicht", weiß Hurtzig, die Mitte der
Achtziger in der Hamburger Kampnagelfabrik in den Theaterbetrieb eingestiegen ist und nun seit
Jahren mit alternativen Formen von Erinnerungskultur und Wissensvermittlung experimentiert.
"Mobile Akademien" sind da entstanden, "Kioske für nützliches Wissen" und eben die
Schwarzmärkte, die Hurtzig bereits siebenmal - im Berliner Hebbel am Ufer oder in Warschau -
organisiert hat.

Seinen Reiz bezieht der Schwarzmarkt nicht zuletzt aus seiner vielschichtigen Lesbarkeit. An
eine mächtig murmelnde Enzyklopädie erinnert der kollektive Erzähl-, Verhandlungs- und
Wahrnehmungsraum des Schwarzmarktes, durchaus als utopischer - Hurtzig sagt gerne
"halluzinierter" - Gegenentwurf zu traditioneller, hierarchischer Wissensproduktion wie etwa in der
Schule. Da lässt sich dann auch gut über öffentlichen Raum an sich grübeln, von dem Alexander
Kluge behauptet, dass er "in der Begegnung der erzählten Geschichte mit dem Reichtum an
Erfahrung" entsteht. Oder über Theater: "Es ist natürlich Volkstheater", sagt Hurtzig, "wir
bespielen den öffentlichen Raum auf volkstümliche Art und Weise, so dass jeder Zugang hat".
Luxus!

Thomas Wolkinger



20/09 - 14/10/2007
steirischer herbst
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